Bessere Kauf- und Investitionsentscheidungen im Unternehmen treffen

Vor allem zum Jahresende überlegen viele Unternehmer, ob es sinnvoll ist, schnell noch ein bisschen Geld auszugeben, um die Steuerlast im laufenden Jahr zu reduzieren. Das ist manchmal gar nicht so leicht. Investitionsentscheidungen sollten gut überlegt sein, denn ihre Relevanz für den Erfolg eines Unternehmens ist entscheidend. Damit das Geldausgeben ein wenig leichter fällt, hier 5 Methoden, um Kauf- und Investitionsentscheidungen schneller und besser treffen zu können.

Zuletzt aktualisiert am 12.01.2026

Was sind Investitionen und Investitionsentscheidungen?

Eine Investition ist eine langfristige Kapitalanlage in Sachwerten. Diese muss immer vom getätigten Unternehmen bezahlt werden, wodurch sich dessen Liquidität verringert.

Die Finanzierung der Investition erfolgt durch zwei Arten:

  • Eigenkapital
  • Fremdkapital

Eine Investitionsentscheidung erfolgt durch die Gesellschafter oder sonstige Verantwortliche des Unternehmens unter Berücksichtigung der Frage, ob sich die Investition lohnt.

5 wichtige Methoden für Investitionsentscheidungen

Der Kostenvergleich

Die einfachste Methode zur Entscheidung zwischen mehreren Investitionsvarianten ist der Kostenvergleich. Dabei werden die Gesamtkosten jeder Variante ermittelt und gegenübergestellt – die günstigste Alternative gewinnt.

Außer bei sehr simplen Kaufentscheidungen, wie zum Beispiel bei Büromaterial, sollten Sie sich nicht ausschließlich auf einen reinen Kostenvergleich verlassen. Die billigste Variante ist nicht immer die beste. Der Kostenvergleich ist eher eine Ergänzung zu anderen Entscheidungsmethoden im Rahmen von Kauf- und Investitionsentscheidungen. Eine fundierte Methode, die Kosten und Ertrag gegenüberstellt, ist die Investitionsrechnung.

Das K.o.-System

Um bei einer Vielzahl von Alternativen eine erste Vorauswahl zu treffen, eignet sich das K.-o.-System. Es ermöglicht, ungeeignete Angebote frühzeitig auszusortieren, bevor die eigentliche Bewertung beginnt. Das spart viel Zeit, denn Sie müssen sich mit den ungeeigneten Möglichkeiten gar nicht erst intensiv auseinandersetzen und können sich voll auf die entscheidungsrelevanten Vorschläge konzentrieren.

Und so geht´s:

  • Eine Liste von Kriterien aufstellen, die für eine optimale Finanzierung erfüllt werden müssen. Dabei möglichst genau die Vorgaben definieren, sonst tun Sie sich hinterher bei der Bewertung schwer. Aber auch nicht zu kleinteilig werden, sonst bleibt nachher keine Alternative mehr übrig.
  • Jetzt die Bewertungskriterien der Investition nach ihrer Relevanz und dem Aufwand, den die Überprüfung erfordert, sortieren. K.o.-Kriterien nach vorne stellen und alles, was schnell und leicht zu überprüfen ist ebenfalls.
  • Dann jeden Vorschlag bzw. jedes Angebot anhand der Kriterien überprüfen. Was die Kriterien nicht erfüllt, fliegt raus.

Das Ergebnis: eine Liste von Alternativen für die Investitionsentscheidung, die alle Kriterien erfüllen!

Je nach Menge der nun noch übrigen Möglichkeiten haben wir dann:

  • einen eindeutigen Sieger, der all unseren Anforderungen gerecht wird,
  • ein paar Vorschläge, unter denen wir jetzt viel einfacher wählen können,
  • oder leider keine einzige Möglichkeit mehr, denn keines der Angebote entspricht unseren Vorstellungen. Jetzt müssen wir uns entweder neu auf dem Markt umschauen oder prüfen, ob wir an der einen oder anderen Stelle nicht einen Kompromiss eingehen können.

Die Entscheidungsmatrix

Nachdem die Anzahl der Angebote auf ein überschaubares Maß reduziert wurde, geht es nun darum, die verbleibenden Alternativen systematisch zu bewerten und die beste Option herauszufiltern.

Dabei kommt die Entscheidungsmatrix zum Einsatz: Sie ermöglicht es, alle Alternativen anhand zuvor festgelegter Kriterien zu vergleichen, wobei sich die Alternative mit der höchsten Gesamtpunktzahl durchsetzt. Und so geht’s:

  • Die Alternativen festlegen, zwischen denen entschieden werden soll.
  • Die Entscheidungskriterien festlegen. Dabei immer auf eine positive Formulierung achten, denn es gibt ja nachher Punkte für die Erfüllung der Kriterien.
  • Jetzt jedes Angebot anhand der Kriterien mit Punkten bewerten (6 = optimale Erfüllung, 1 = marginale Erfüllung des Kriteriums) und diese aufsummieren.
  • Die Variante, die die meisten Punkte bei der Rechnung für die Investitionsentscheidung erzielt, gewinnt.

Gewichtete Entscheidungsmatrix

Etwas genauer als die einfache Entscheidungsmatrix ist die gewichtete Entscheidungsmatrix.

Nicht alle Einflussfaktoren auf die Investitionsentscheidung, die wir in unsere Liste aufnehmen, sind gleich wichtig. Um dies zu berücksichtigen, weisen wir den einzelnen Punkten mithilfe von Prozentzahlen oder eines Rankings eine Gewichtung zu. Damit multiplizieren wir dann jeweils die vergebenen Punkte, sodass wichtige Merkmale mehr ins Gewicht fallen als unwichtigere. So bilden wir verschiedene Hierarchiestufen für die Investitionsentscheidung.

Alles andere funktioniert genauso wie bei der einfachen Entscheidungsmatrix.

Die Portfolio-Methode

Bei komplexen Investitionsentscheidungen reichen die bisher genannten Entscheidungsmethoden meist nicht aus. Da braucht es schon etwas mehr, um die meist komplexe Situation abzubilden und eine vernünftige und fundierte Entscheidung zu treffen.

  • Expansion nach China?
  • Diversifikation oder Konzentration auf das Kerngeschäft?
  • Aufstockung des Maschinenparks oder Einbindung von mehr Subunternehmern?
  • Produkt A oder B weiter nach vorne treiben?

Das alles lässt sich kaum mithilfe einer Entscheidungsmatrix darstellen und überblicken.

Eine klassische Methode bei der Frage, wie die Relation zwischen Risiko und Gewinn optimiert werden kann, ist eine Analyse mithilfe der Portfolio-Methode bzw. der klassischen 4-Felder-Matrix der Boston Consulting Group. Mit ihrer Hilfe können …

  • unrentable Produkte oder Geschäftsbereiche identifiziert
  • Marktchancen freigelegt
  • unbesetzte Nischen aufgezeigt

werden. Daher dient sie sehr häufig als Grundlage für den Entscheidungsprozess bei unternehmerischen Investitionsentscheidungen.

Und so geht’s: Die Produkte bzw. Geschäftsfelder werden in das Koordinatensystem eintragen. Dafür benötigen Sie natürlich ihren relativen Marktanteil und das entsprechend dem Marktwachstum:

  • Relativer Marktanteil = eigener Marktanteil/Marktanteil des stärksten Konkurrenten
  • Marktwachstum = Informationen über das Marktwachstum der eigenen Branche gibt es z. B. beim Statistischen Bundesamt oder in Nachschlagewerken wie den Branchenkennzahlen

Info

Darstellung in der 4-Felder-Matrix

Je nach Höhe des (potenziellen) Umsatzvolumens werden die einzelnen Produkte/Geschäftsfelder mit mehr oder weniger großen Kreisen dargestellt, um visuell zu verdeutlichen, wie wichtig sie für das eigene Unternehmen in Bezug auf den Gesamtumsatz sind bzw. sein könnten.

Wenn alles zugeordnet ist, kann sich der Unternehmer oder die Unternehmerin an sogenannten Normstrategien für jedes Feld der BCG-Matrix orientieren, um das weitere Vorgehen zu entscheiden.